Ein Sommer auf Mykonos

Unsichtbare Jahre

Fernsehthriller

Bea Kanter verlässt nach dem Tod ihrer Mutter fluchtartig ihre hessische Heimat, um in Frankfurt ein VWL-Studium zu beginnen. Zurück lässt sie ihren Vater Norbert und ihre jüngere Schwester Conny. Dank ihrer Kommilitonin Andrea findet die scheue Studentin schnell Anschluss. Sie zieht in eine WG und wird mit der linken Szene konfrontiert, den Rebellen der 1970er Jahre. Das passt zu ihrem Innenleben, denn sie muss sich seelisch von ihrem Vater absetzen – einem konservativen Unternehmer, für Bea der Inbegriff des Kapitalisten. Zudem kann sie ihm nicht verzeihen, dass er die Mutter wohl in ihrer Todesstunde betrogen hat. So wird sie zur radikalen Rebellin. Bea gerät in die Fänge des Stasi-Anwerbers Gerhard P. Ein Besuch in Ostberlin macht sie endgültig zur „Perspektivagentin“. Fortan führt sie ein aufreibendes Doppelleben – hier die bürgerliche Karriere, dort der Einsatz für den Sozialismus. Doch die Spaltung in die ehrgeizige Streberin einerseits und die Geheimagentin andererseits wird zur Falle, drängt sie immer mehr in die innere Isolation. Dennoch schafft Bea den Sprung ins Auswärtige Amt und versorgt das Ministerium für Staatssicherheit kontinuierlich mit vertraulichen Informationen. Lediglich ihrer Schwester Conny, einer lebenslustigen Chaotin, gesteht sie ihr Doppelleben. Doch die hat eigene Probleme und kann oder will ihr nicht helfen. Auf dem Höhepunkt ihrer Zerrissenheit wird Bea an die Deutsche Botschaft nach Lissabon versetzt. Unterwegs in die portugiesische Hauptstadt lernt sie im Zug Jakob Alsmann kennen, einen integren, charmanten Physiker. Dieser lenkt ihre menschlichen Sehnsüchte endlich in die richtigen Bahnen. Mit ihm erlebt sie die Maueröffnung, allerdings aus großer innerer wie äußerer Distanz. Fraglos ahnt sie, dass die Wende für sie dramatische Folgen haben könnte. Und tatsächlich: Als sie 1990 zum Geburtstag ihres greisen Vaters nach Deutschland in ihre Heimatstadt fährt, wird sie, noch bevor die Feier richtig beginnt, wegen Landesverrats verhaftet.

 

"Der ARD-Fernsehfilm „Unsichtbare Jahre“ ist weniger ein Stasi-Politthriller als vielmehr ein sensibles Psychodrama. Die Geschichte einer westdeutschen Spionin im Auftrag des MfS wird vom Psychogramm einer seelisch gestörten Frau überlagert, die in den Teufelskreis aus Einsamkeit und Abhängigkeit gerät. Die Österreichin Julia Koschitz überzeugt in dem Film ihres Landmannes Johannes Fabrick nach dem psychologisch stimmigen Drehbuch von Hannah Hollinger in einer ihrer bislang vielschichtigsten Rollen. Obwohl sie keine klassische Sympathie-Figur verkörpert, nimmt sie den Zuschauer 90 Minuten mit auf eine tragische Reise in die 70er und 80er Jahre, mit vielen Zwischentönen und ohne falsche Nostalgie."
- Tittelbach

 

Stab

Sender: WDR, ARD
Produktionsfirma
: Zeitsprung, ARD Degeto
Produzentin: Ariane Krampe
Drehbuch: Hannah Hollinger
Regie: Johannes Fabrick
Kamera: Helmut Pirnat
Schnitt: Sandy Saffeels
Musik: Dieter Schleip

Schauspieler

Beate Kanter – Julia Koschitz
Conny – Anna Julia Kapfelsberger
Norbert Kanter – Friedrich von Thun
Elena (5) – Andjela Dulovic
Elena (14) – Imogen Burrell
Lisa Marie (8) – Amy Paul
Lisa Marie (16) – Joyce Abou-Zeid
Andrea – Lena Lauzemis
Gerhard P. – David Rott
Andreas L. – Hannes Wegener
Harald K. – Felix Schmidt-Knopp
Walter H. – Godehard Giese
Jakob Alsman – Tim Bergmann
u.v.a.

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