Ein Sommer auf Mykonos

Begierde - Mord im Zeichen des Zen

Auftakt der ARD-Krimireihe

In der winterlichen Provinz bei Aachen ist der junge, japanische Mönch eine beinahe surreale Erscheinung: In traditionelle Gewänder gehüllt, mit tranceartigem Blick – und einer blutenden Wunde am Kopf. Auf die Fragen der Dorfpolizisten reagiert er nicht, sondern geht geradewegs auf das nahe Waldgebiet zu. Kommissarin Louise Bonì wird von Aachen aufs Land geschickt, um die Sache zu überprüfen.
Ihr Chef Bermann hat ihr den vermeintlich trivialen Einsatz ganz bewusst übertragen – denn er hält Louise für kaum noch dienstfähig: Ihr Ehemann hat sie sitzen gelassen und seit einem tödlichen Einsatz ist sie psychisch schwer angeschlagen. Ihr Trauma versucht sie in Alkohol zu ertränken, bei ihren Kollegen fällt sie vor allem durch Stimmungsschwankungen und eigenmächtiges Vorgehen auf. Anders gesagt: Louise Bonì steht am Abgrund.
Doch als sie den geheimnisvollen Mönch sieht, spürt die erfahrene Kommissarin sofort, dass Gefahr im Verzug ist – große Gefahr. Der asiatische Geistliche mit der geheimnisvollen Aura hat offensichtlich vor etwas Angst. Sie folgt ihm durch die hügelige Winterlandschaft und kann sich im letzten Moment mit ihm vor mehreren Verfolgern verstecken. Kurz darauf ist der Mönch verschwunden.
Zurück in Aachen, hält Bermann Louises Vermutungen und die Verfolger für Hirngespinste einer labilen Alkoholikerin – bis es in dem ländlichen Waldstück zu einer brutalen Bluttat kommt. Dennoch entzieht Bermann ihr wider besseres Wissen den Fall und suspendiert sie wegen ihrer Alkoholprobleme vom Dienst. So leicht aber lässt Bonì sich nicht ins Abseits stellen. Ohne Waffe und ohne Dienstmarke setzt sie die Ermittlungen auf eigene Faust fort.
Ihr seelischer Zustand droht sie dabei immer wieder aus der Bahn zu werfen – trotzdem macht sie unnachgiebig weiter. Die Spur des Mönchs führt sie zu einem abgelegenen Zen-Kloster und einer privaten Hilfsorganisation, die asiatische Adoptivkinder nach Europa vermittelt. Alles ganz legal. Doch für Louise ist der erste Eindruck zu harmlos und perfekt, um unverdächtig zu sein. Einmal mehr vertraut sie ihrem Instinkt – und gerät dadurch in höchste Gefahr.

 

Drehbuchautorin Hannah Hollinger erteilt aber nicht nur der klassischen Ermittlungsarbeit, die vornehmlich den Gesetzen der männlichen Logik gehorchen, sondern auch weitgehend der genretypischen Finalspannung eine Abfuhr. So wie der Mensch im Zen-Buddhismus nicht der Beherrscher der Welt ist, so ist die „amerikanische“ Dramaturgie in Begierde – Mord im Zeichen des Zen nicht der Beherrscher dieser wundersamen Krimigeschichte. Und auch die Dialoge sind von großer Dichte und feiner Reduktion.
- Tittelbach

Legen wir uns fest: Besser als Brigitte Maria Berteles Begierde – Mord im Zeichen des Zen wird in diesem Jahr kein TV-Krimi mehr.“
- Die Welt

Bestsellervorlage, Grimme-prämiertes Team und eine Hauptdarstellerin mit Wim-Wenders-Erfahrung: Das Debüt der neuen ARD-Krimireihe Begierde kann sich mehr als nur sehen lassen!
- Quotenmeter

 

Melika Foroutan gewann den Hessischer Fernsehpreis 2015: Gewinner „Beste Schauspielerin“ und wurde für den Grimme Preis 2016 „Beste Schauspielerin“ nominiert.

Stab

Sender: WDR
Produktionsfirma: teamWorx
Produzentin: Ariane Krampe
Drehbuch: Hannah Hollinger
Regie: Brigitte Bertele
Kamera: Bella Halben
Schnitt: David J. Rauschning
Musik: Birger Clausen

Schauspieler

Louise Boni – Melika Foroutan
Rolf Bermann – Anian Zollner
Richard Landen – Barry Atsma
Rainer Lederie – Frank Seppeler
Niksch – Nico Rogner
Louise Vater – Georges Claisse
Louise Mutter – Andrea Bürgin
Mönch Tano – Aaron Le
Anatol – Rahul Chakraborty
u.v.a.

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